Artikel am "Luxemburger Wort" --- Ein Erbe von J-A. Zinnen

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11 nov. 2014

35 Jahre „Amicale Garnisounsmusek“

Musikgesellschaft ist längst keine Musikgesellschaft mehr

Die „Amicale Garnisounsmusek“ Diekirch wurde im Jahre 1979 gegründet. Damals fand sich eine Gruppe Musiker zusammen, die schon in der eigentlich im Jahre 1967 aufgelösten „Garnisouns- musek“ aktiv waren. Der Ursprung dieser Musikkapelle geht viel weiter zurück, und zwar ins Jahr 1847.

Damals gab es beim zweiten Jägerbataillon des sogenannten Bundeskontingentes auch ein „Corps de musique“. Zu der Zeit wusste sicherlich noch niemand, dass eine der später größten Persönlichkeiten der Luxemburger Musikgeschichte zu der Zeit    am Dirigentenpult der „Garnisounsmusek“ stand.

Jean-Antoine Zinnen erster Dirigent

Kein anderer als der Komponist der Nationalhymne, der damals erst 20-jährige Jean-Antoine Zinnen, übernahm die Leitung des Musik- korps. 1868, also 21 Jahre später, wurden das Bundeskontingent, das zweite Bataillon und auch seine Kapelle im Anschluss an den Londoner Vertrag aufgelöst.

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg bestand nur noch die „Militär- musek“ mit ihren professionellen Musikern. Nach dem Krieg hatte das zweite Luxemburger Bataillon eine Mission in Bitburg zu er- füllen, und die dort stationierten Soldaten gründeten 1950 im August die „neue“ Garnisounsmusek, die anfangs aus 55, später sogar aus bis zu 100 Musikanten bestand. Die Soldatenmusik kannte einen großen Erfolg, auch als sie 1955 von Bitburg nach Diekirch wechselte. Nach der Abschaffung des obligatorischen Militärdienstes im Jahre 1967 reduzierten sich die Armee und demzufolge auch die Garnisonsmusik stark. Nach 17 erfolgreichen Jahren wurde sie schließlich aufgelöst.

Aus der Garnisounsmusek wird gleichnamige Amicale

Es war schließlich im Jahre 1979, als etwa 80 frühere Musiker einen erneuten Anlauf nahmen und die heutige Amicale, die nun ihren 35. Geburtstag begeht, gründeten. Auch heute findet man unter den rund 50 Mitgliedern noch etwa 15 Musiker, die der „Garnisounsmusek“ schon vor 1967 angehörten. Mit der Armee hat die heutige Besetzung allerdings nichts mehr zu tun, da es keinen einzigen Soldaten mehr in den Reihen der Amicale gibt. Kontakte zur Armee wurden trotzdem aufrechterhalten. So befindet sich zum Beispiel das Material der „Amicale Garnisounsmusek“ auf dem Diekircher Herrenberg. Geprobt wird aber in Rollingergrund, da die Musiker aus allen Ecken des Landes kommen.

Neue Musikanten gesucht

Der noch relativ neue Dirigent Serge Parisi will seine Truppe aus- bauen und verstärken. Er will mit einem angenehmen Umfeld und vor allem einem attraktiven Programm weitere, auch junge Musiker, für die „Amicale Garnisounsmusek“ begeistern. „Man muss den Musikanten heutzutage etwas bieten“, so der dynamische Leiter. Gehören die Militärparade und ein Konzert auf der „Plëss“ am Nationalfeiertag zum üblichen Programm, so gab es dieses Jahr mit einem erstmaligen Galakonzert im Mai dennoch eine Neue- rung, die zum festen Bestandteil werden soll. Mit einem Konzert der Egerländer (siehe „mywort – Die Zeitung in der Zeitung“ vom 4. No- vember) wurden die Feierlichkeiten zum 35. Bestehen der Garni- sounsmusek offiziell abgeschlossen.  (LW) 

(d´Fotoen äus desem Artikel fand dir och ënert der Rubrik GALERIE)